Nikotin

Nikotin, ist ein natürlich in der Tabakpflanze sowie in geringerer Konzentration auch in anderen Nachtschattengewächsen vorkommendes Alkaloid. In der ganzen Tabakpflanze ist es mit einem Massenanteil von bis zu fünf Prozent enthalten.

Ist Nikotin ein Gift / Nervengift?

Diese Frage kann man nicht pauschal mit Ja oder Nein beantworten, denn schon Paracelsus hat uns gelehrt: Die Menge macht das Gift. In der Menge, in welcher Dampfer Nikotin aufnehmen, ist dieses kein Gift, sondern vielmehr ein Genussmittel.

Sowohl beim Rauchen als auch beim Konsum neuartiger nikotinhaltiger Produkte, z.B. den sogenannten elektronischen Zigaretten, bewirkt die aufgenommene Dosis an Nikotin eine Stimulierung bestimmter Rezeptoren auf Nervenzellen und imitiert damit die Wirkung des Neurotransmitters Acetylcholin. Das ist keine «Giftwirkung» sondern die Nachahmung eines endogenen Wirkprinzips mit positiven Effekten auf den Organismus, die Raucher veranlassen diesen Stoff lebenslang zu konsumieren und dafür sogar die gut bekannten schädlichen, manchmal sogar tödlichen Wirkungen von Tabakrauch in Kauf zu nehmen. Bei üblicher Dosierung überwiegen Effekte auf das Zentralnervensystem, v.a. die Verbesserung kognitiver Funktionen, wie Lernen, Gedächtnis und Konzentration.

Bei Überdosierung verursacht Nikotin die bekannten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Kopfschmerzen. Die Blockade der Funktion von Nervenzellen, also die Wirkung als Nervengift, erfordert sehr hohe Dosierung, die nur durch Verschlucken oder intravenöse Applikation entsprechend grosser Mengen als Bolus erreicht wird. Dieser neurotoxische Effekt beruht auf Inaktivierung spannungsabhängiger Na+-Kanäle durch Dauerdepolarisation der Nervenzellen.

Zusammenfassend können wir also festhalten, dass Nikotin im wissenschaftlichen Sinn kein Gift ist, weil es «Gifte an sich» nicht gibt, aber auch im allgemeinen Sprachgebrauch nicht als «Gift» zu bezeichnen ist, weil es in üblicher Dosierung positive Effekte hat und die «Giftwirkung» erst bei massiver Überdosierung auftritt, die nur durch Missbrauch erreicht wird.

Ohne Bezug auf eine Dosis ist es weder möglich noch sinnvoll, Stoffe als «giftig» oder «ungiftig» zu bezeichnen.

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