Beschwerde beim Presserat

Wenn man droht, sollte man die Drohungen auch wahr machen. Bis heute habe ich vom «Schweizerischer Drogistenverband» keine Antwort auf mein Schreiben in Sachen «d-inside – Ausgabe November 2016» erhalten, weshalb ich nun eine Beschwerde beim Schweizerischen Presserat eingereicht habe.

Beschwerde

für die

Zodiak GmbH (e-smoking), Gerbegasse 6, CH-8302 Kloten

–  Beschwerdeführerin

gegen

Schweizerischer Drogistenverband, Nidaugasse 15, CH-2502 Biel

in Sachen

d-inside – Ausgabe November 2016

Sehr geehrte Damen und Herren Presseräte

Namens und im Auftrag der Zodiak GmbH reiche ich Ihnen hiermit Beschwerde gegen den «Artikel: Im Dunstrkreis der E-Zigarette – Seite 24-26» in der Ausgabe «November 2016» des Magazins «Fach- und Brancheninformationen des Schweizer Drogistenverbands» ein:

Der Sachverhalt:

Der Artikel «Im Dunstkreis der E-Zigarette» (Ausgabe D-Inside November 2016) beruht auf unvollständigen Feststellungen und Falschangaben des rechtserheblichen Sachverhalts.

Unter dem Leitbild schreibt D-Inside: Der Dampf der E-Zigaretten, welche fachlich gesehen sowieso Dampfgeräte und nicht E-Zigaretten genannt werden sollten, da diese mit Zigaretten nichts gemein haben, sollen Kopfschmerzen und Atembeschwerden verursachen können. Zu Langzeitfolgen sei nichts bekannt.

Richtig ist: Wer Zu viel Nikotin in seinem Dampfgerät konsumiert, kann Kopfschmerzen erhalten. Das ist aber nahezu nie der Fall, weil heutzutage viel geringere Nikotinmengen konsumiert werden als noch vor wenigen Jahren. Dieser Effekt ist der zu hohen Nikotin-Dosierung  und nicht dem Dampfgerät geschuldet und kann bei Nikotinpflastern, Nikotinkaugummis und anderen sogenannten Nikotin-Ersatzprodukten ebenso  auftreten. Der Husten ist in den ersten Tagen des Dampfens ist eine häufige Begleiterscheinung und tritt auf, weil der Körper den Dreck des Tabakrauchens ausschafft. Dieser hört nach kurzer Zeit auf und der Dampfer erwacht morgens ohne den Auswurf, Husten den er sich Jahrelang gewohnt war. Sein Geschmacks- und Geruchssinn kommt zurück, er bekommt mehr Luft, weil sich die Atemwegsfunktionen verbessern und viele weitere positive Nebeneffekte.

Dann schreibt D-Inside, dass die Datenlage bzw. Langzeitstudien noch nicht vorhanden sind, oder die Datenlage dazu dünn ist.

Auch diese Aussage ist falsch: Unter dem folgenden Link finden Sie dazu über 200 wissenschaftliche Studien. Die Liste ist unvollständig, es gibt hunderte weitere davon, welche den Dampfgeräten eine mindestens 95 % weniger starke Schädigung attestieren, im Vergleich zur Tabakzigarette. http://blog.rursus.de/studienliste/

Des weiteren schreibt D-Inside im Ersten Absatz: dass «E-Zigaretten-Raucher….»
Rauch entsteht bei der Verbrennung von Produkten.
  E-Zigaretten Konsumenten sind aber Dampfer. Hier wird Propylenglykol, Glycerin, Aroma und Nikotin verdampft, was ein grosser Unterschied ist. Das sollte einem Fachmagazin natürlich bekannt sein, insbesondere, wenn man damit Fachpersonal in Drogerien informiert, welche Raucher beraten sollen.

Während in einer Tabakzigarette 69 krebserregende Stoffe nachgewiesen werden (Link http://bit.ly/2bEmGmY Faktenblatt zum Tabakkonsum vom BAG) können im Dampf der E-Zigaretten bei Fehlanwendung maximal wenige, ungesunde Stoffe nachgewiesen werden und selbst dann in hundertfach tieferer Konzentration, als dies bei Tabakprodukten der Fall ist.  Zudem riecht eine solche falsch angewendete Dampfe dermassen schlecht, dass jeder Konsument sofort damit aufhört, daran zu ziehen. Es liegt also nicht in der Sache der Natur, eine solche Dampfe zu konsumieren und ist schlicht Unsinn.

Das Royal College of Physicians aus London kommt klar zum Schluss, dass E-Zigaretten die Chance bieten, die Schäden des Rauchens für die Gesellschaft «radikal zu reduzieren». Es hat mit der Organisation des Gesundheitssystem in UK  zu tun, denn in England ist die Krankenkasse staatlich und der Staat direkt daran interessiert, die Kosten im Gesundheitswesen zu senken. Siehe dazu: (http://ukctas.net/rcp.html). Überhaupt widerlegt dieser Report des Royal College of Physicians nahezu alle Behauptungen, welche von D-Inside im genannten Artikel aufgestellt werden. Aber aufgrund der Tatsache, dass die Kunden von D-Inside Medikamente zur Raucherentwöhnung und für Raucherfolgeschäden verkaufen möchten, liegt das natürlich überhaupt nicht in Interesse des Fachmagazins.

Gemäss dem BfS und dem BAG sterben in der Schweiz täglich 26 Personen an den direkten Folgen des Tabakkonsums. Die Dampfgeräte stellen nachweislich die viel weniger schädliche Alternative dar. Deshalb ist es zynisch und falsch, solchen Unsinn in einem Fachmagazin zu verbreiten. Während in der Schweizer Drogenpolitik die Schadensminderung einer der vier wichtigsten Eckpfeiler ist und gemäss BAG 57 % der Raucher damit aufhören möchten, es aber nicht schaffen, grenzt es schon fast an Körperverletzung, in einem Drogisten-Fachmagazin solche Fehlbehauptungen zu verbreiten.

Das BLV streitet im Moment mit mir vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen die Zulassung von Nikotin im Lebensmittelgesetz. Aber auch das ist dem Geld und nicht dem Produkt selbst geschuldet. Denn zukünftig soll das Nikotin über das neue TabPG (Tabakproduktegesetz) zugelassen werden. Dann kann es anschliessend legal besteuert werden. Hier geht es in erster Linie um Geld und nicht um die Schädlichkeit der Produkte. Ich habe ein Schreiben von Michael Anderegg (Stab Direktionsbereich Verbraucherschutz) vorliegen (in den Beweismitteln ebenfalls aufgeführt), in welchem bestätigt wird, dass E-Zigaretten eine viel weniger schädliche Alternative darstellen, im Vergleich zur Tabakzigarette.

Dass die Hauptnutzer (über 95 %) der Dampfer ehemalige Raucher sind, ist richtig. Dass die meisten nebenbei noch Tabakzigaretten rauchen ist aber nur bedingt korrekt. Durch die schnelle Weiterentwicklung der Produkte ist der Anteil Dampfer, welche noch nebenher rauchen, in den letzten Jahren markant zurückgegangen. Das ist besseren Produkten zu verdanken. In Anbetracht dessen, dass diese Konsumenten früher Tabakzigaretten geraucht haben, ist das ein grosser Erfolg und nicht so negativ zu werten, wie es das Fachmagazin D-Inside macht. Denn wie das BfS sagt, möchten 57 % der Raucher mit dem Tabakkonsum aufhören, schaffen es aber nicht – weder mit Pflastern, Inhalern, noch mit Therapien und anderen Rauchstopp Massnahmen.

Auch der Vorwurf, dass es viele Jugendliche gibt, welche Dampfgeräte ausprobieren, ist nur teilweise korrekt. Jugendliche probieren Dampfgeräte aus, wie diese auch vieles Andere ausprobieren.

Die ist dem Erwachsenwerden geschuldet. Weniger als 5 % der Dampfer haben vorher nicht regelmässig geraucht. Von diesen weniger als 5 % sind viele davon Jugendliche, das ist korrekt. Aber hier muss man festhalten, dass diese ehemaligen Nichtraucher jetzt Dampfgeräte ohne Nikotin konsumieren und dass dies die viel weniger schädliche Art ist, als wenn diese Jugendlichen Tabakzigaretten ausprobieren/konsumieren würden.  Zudem ist der Anteil jugendlicher Raucher in den letzten 10 Jahren markant gesunken.

Die Behauptung, dass Dampfgeräte eine Einstiegsdroge sind, wurde ebenfalls mehrfach und immer wieder von neuem wiederlegt. Unter folgendem Link finden Sie eine ganze Reihe von Studien zu diesem Thema. http://blog.rursus.de/2015/01/sachstand-zur-e-zigarette-einstiegs-oder-ausstiegsprodukt/ Wer aufgrund der bisherigen Studien behauptet, dass E-Zigaretten ein Einstiegsprodukt seien, lügt ganz einfach.

Dass regelmässige Dampfer Liquids mit Nikotin konsumieren ist korrekt. Das Nikotin nimmt dem Dampfer die Lust auf die Tabakzigarette und verhindert oder mindert so den Konsum der schädlichen Tabakprodukte. Da Nikotin nicht krebserregend ist, sehe ich hier den Aufschrei im D-Info ebenso als falsch oder zumindest als übertrieben an. Folgender Link zeigt auf, dass es selbst für die WHO klar ist, dass Nikotin nicht krebserregend ist: http://blog.rursus.de/2016/09/nice-to-know-verursacht-nikotin-krebs/. Sie können das Nikotin allenfalls mit Koffein vergleichen.

Dann wird ebenfalls behauptet, dass E-Zigaretten nur eine kleine Erfolgschance haben.

Im Verhältnis zu allen anderen Produkten ist diese aber um ein Vielfaches höher. Die Rückfallquote von Rauchern liegt bei ca. 97 % – gerade mal knappe 3 Prozent schaffen es «einfach so» mit dem Rauchen länger als ein Jahr aufzuhören. Auch hierzu kann ich Ihnen eine genaue Analyse unter folgendem Link liefern:

http://blog.rursus.de/2015/06/e-zigarette-nur-zu-neun-prozent-erfolgreich-nur/

Laut der Übersichtsarbeit haben es 9 Prozent mit Nikotinhaltigen Liquids geschafft, nach einem Jahr noch frei von Tabakzigaretten zu sein und nur noch die E-Zigarette zu nutzen. Dies ist verglichen mit den anderen Rauchstopp-Behandlungsmethoden ein sehr guter Wert.

Gruppe Erfolgsquote
Ohne Hilfsmittel ca. 3 Prozent
Nikotinpflaster ca. 3 Prozent
Nikotinkaugummi ca. 3 Prozent
Verhaltenstherapie und Nikotinkaugummi/Nikotinpflaster ca. 4 Prozent
E-Zigarette ohne Nikotin ca. 4 Prozent
Champix/Chantix ca. 7 Prozent
E-Zigarette mit Nikotin ca. 9 Prozent

Hinzu kommen noch die, die ihren Tabakkonsum mit Hilfe der E-Zigarette reduziert haben. Immerhin ist ein Verringern des Tabakkonsums der erste Schritt zu einem erfolgreichen Rauchstopp – Darüber sind sich sämtliche Fachleute einig.

Wenn man also jetzt noch die 36 % hinzuzählt, die mit Hilfe der E-Zigarette ihren Tabakkonsum um mehr als die Hälfte reduziert haben, kommt man auf eine «Erfolgsrate» von über 45 %. Eine Erfolgsrate, die sicherlich noch höher wäre, wenn die E-Zigarette nicht von der Tabakindustrie, der Pharmaindustrie, diversen Lobbygruppen, dem D-Inside und teilweise auch dem Staat bekämpft werden würde.

Die Aussagen im D-Info sind falsch und unwahr und damit moralisch höchst verwerflich und verstossen gegen den Pressekodex, weil sie E-Zigaretten-Konsumenten wieder zur sehr schädlichen Tabakzigarette zurücktreiben können! Richtig ist, dass japanische Forscher im November 2014 eine Übersichtsarbeit veröffentlicht haben, in der «Stoffe aus der Carbonylgruppe im E-Zigarettendampf» betrachtet wurden. https://de.wikipedia.org/wiki/Carbonylgruppe

In der gesamten Übersichtsarbeit findet sich nichts, womit sich Ihre Überschriften begründen lassen! Die Forscher haben zwar Formaldehyd, Acetaldehyd, Acrolein und andere Stoffe benannt und quantifiziert – aber weder in den Tabellen, noch im freien Text der Übersichtsarbeit kann man etwas finden, dass ihre Aussagen rechtfertigt oder unterstützt.

Im Gegenteil. Eine 2008 veröffentlichte kanadische Studie zeigt auf, dass im Tabakrauch 200 μg Formaldehyd pro Zigarette (Eine Zigarette = ca. 8 bis 10 Züge) enthalten ist. Die Forschungsergebnisse von Kunugita und Kollegen zeigen bei Formaldehyd Durchschnittswerte von 4.2 μg pro 10 Züge.  Somit ist die im E-Zigarettendampf gefundene Menge an Formaldehyd sogar 50-mal niedriger als in Tabak Zigarettenrauch und damit beweisen diese Ergebnisse eine sehr grosse Minderschädlichkeit der E-Zigarette! https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18062674

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schreibt zum Thema Formaldehyd:

Die schädliche Wirkung von Formaldehyd ist konzentrationsabhängig. «Bei Raumluftwerte von oder unterhalb von 124 Mikrogramm Formaldehyd pro Kubikmeter ist praktisch keine krebsauslösende Wirkung mehr zu erwarten», sagt der Präsident des Bundesinstituts, Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. «Bei wiederholter, deutlicher Überschreitung dieses Wertes können gesundheitliche Risiken bestehen.»

Auch der erwähnte Kassensturz Bericht ist bekannt, nur gibt es keinen Schweizer der ausfindig gemacht werden konnte, welcher bei den genannten Quellen je Liquids eingekauft hat. Das war wohl mehr dem ausgeglichenen Staatsjournalismus geschuldet, welcher nicht einseitig berichten soll. Zudem ist die in der EU in Kraft getretene Regulierung (TPD2) so, dass dies in der Gegenwart auch nicht mehr möglich ist. Auch hierzu kann ich Ihnen ausführliche Studien und Daten liefern:

http://blog.rursus.de/2014/11/formaldehyd-eine-falschmeldung-geht-um-die-welt/

Der Artikel verletzt deshalb die folgenden Ziffern des Pressekodex:

  • Wahrheitssuche – Die Wahrheitssuche stellt den Ausgangspunkt der Informationstätigkeit dar. Sie setzt die Beachtung verfügbarer und zugänglicher Daten, die Achtung der Integrität von Dokumenten (Text, Ton und Bild), die Überprüfung und die allfällige Berichtigung voraus.
  • Meinungspluralismus – Der Meinungspluralismus trägt zur Verteidigung der  Informationsfreiheit    Er ist notwendig, wenn sich ein Medium in einer Monopolsituation befindet.
  • Trennung von Fakten und Kommentar – Journalistinnen und Journalisten achten darauf, dass das Publikum zwischen Fakten und kommentierenden, kritisierenden Einschätzungen unterscheiden kann.

In der Angelegenheit wurde bisher kein rundfunkrechtliches oder gerichtliches Verfahren eingeleitet.

Aus all diesen Gründen ersuche ich Sie, sehr geehrte Damen und Herren Presseräte, auf die Beschwerde einzutreten.

Mit freundlichen Grüssen

Rico Daniel
Geschäftsleitung

Beilagen:
Beweismittel 1:
Artikel «Im Dunstkreis der E-Zigarette» (Ausgabe D-Inside November 2016)
Beweismittel 2: Schreiben von Michael Anderegg (Direktionsbereich BAG)
Beweismittel 3: Dampfgeräte sind keine Einstiegsdroge: http://blog.rursus.de/2015/01/sachstand-zur-e-zigarette-einstiegs-oder-ausstiegsprodukt/
Beweismittel 4: Nikotin ist nicht krebserrgend http://cancer-code-europe.iarc.fr

Weitere Beweismittel können den Verweisen im Dokument entnommen werden.

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